VIOLETT PARK (Britta Ebermann & Gilta Jansen) KATARAK (from dusk till dawn), 2009





Birken, Stoff, Pergamyn, Neonröhre, 500 x 400 x 350 cm





The installation of Britta Ebermann and Gilta Jansen expands the picture in space as well as time. By connecting discrete subjects, references and memories, a fabric of various analogies unfolds, gradually merging into a narrative picture, which ever so slowly reveals itself to the spectator. Also in regard to its spatial dimension the installation could be termed a “constructed” image.

As it was the case with previous joint pieces, when they were operating under the name of Violett Park, both artists once again extend painting into space. A three-dimensional picture evolves, in which the categories of painting and installation art blend on different levels. The sharp-edged confrontation of light and shadow lends the work a graphic appearance, enhancing its staged character.


(english version below)


Von der Decke des Ausstellungsraums hängt eine schwarze Fahne mit Ausschnitten, die unterhalb auf der Wand eine umgekehrte Fortsetzung zu finden scheinen. Das Fenster ist geöffnet, doch die Jalousien davor sind geschlossen und lassen das Sonnenlicht nur durch schmale Ritzen in den schummrigen Raum.

Einmal entdeckt, wiederholen sich die grafischen Strukturen paralleler und organischer Streifen überall - sogar in dem Heizkörper unter den Fenstern, der den Hintergrund abgibt für Ausschnitte aus zwei von der Fensterbank herabhängenden Bahnen Pergamynpapier, aus dem sich eine bruchstückhafte Form herausschält, die mit der schwarzen Fahne korrespondiert.

Gleichsam als Schlüssel zu dieser rätselhaften Installation fungiert ein Gemälde, das zwei kämpfende Tiger in einem Bambuswald zeigt, welches zum Inventar des Barbereichs der gastgebenden Karateschule gehört. Vor dieser Folie wiederholen die fragmentarischen Formen der schwarzen Fahne und des weißen Pergamynpapiers plötzlich die Begegnung der beiden Raubtiere und ihre kraftvollen Drohgebärden.




Attackiert von dem weißen Tiger, der sich auf die Hinterbeine gestellt hat, scheint der schwarze zum Sprung aus dem Fenster anzusetzen.

Den Bambuswald ersetzen hier heimische Birken, die, auf dem Boden installiert oder von der Decke herabhängend, von unten gespenstisch mit einer Neonleuchtröhre angestrahlt, die Szenerie vervollständigen. So entsteht, ausgelöst durch die Darstellung der Raubkatzen, eine raumgreifende Inszenierung der kontrollierten Kraft des ritualisierten Kampfes.

Britta Ebermann und Gilta Jansen dehnen in ihrer Installation das Bild sowohl in den Raum als auch in die Zeit hinein aus. Durch das Verknüpfen einzelner Motive, Bezüge und Erinnerungen wird ein Geflecht vielfältiger Analogien ausgebreitet, das sich nach und nach zu einem erzählerischen Bild zusammenfügt und sich dem Betrachter nur langsam erschließt. Auch hinsichtlich ihrer räumlichen Dimension lässt sich die Installation als ein ”gebautes" Bild bezeichnen.

Wie schon in früheren gemeinsamen Arbeiten als Duo Violett Park erweitern die Künstlerinnen auch hier die Malerei in den Raum hinein und schaffen ein räumliches Bild, das in mehrere Lagen aufgefächert wird und die Gattungen Installation und Malerei vermischt. Die scharfe Kontrastierung von Licht und Schatten lässt die Arbeit zudem äußerst grafisch wirken und unterstützt ihren inszenierten Charakter.

In the exhibition space a black flag is pending from the ceiling. Its cut out parts seem to continue in reverse on the wall beneath. In front of an open window the outside shutters are down. Through its narrow gaps only little sunlight enters the dimly lit room.

Once discovered, the graphic structure of parallel and organically shaped stripes begin to appear all over the place – even within the heater below the windows, which provides the backdrop of two widths of vellum, drooping down the windowsill. From these a fragmentary shape emerges, corresponding with the black flag.

The painting of two tigers fighting in a bamboo grove – a part of the accommodating karate school's bar - may serve as a key to the enigmatic installation. Seen along with this painting, it becomes apparent that the partial forms of the black flag and the white parchment paper repeat the powerful threatening gestures of the carnivores' encounter.

Attacked by the white tiger, standing on its hind legs, the black one seems about to jump out the window. The bamboo forest is replaced by endemic birch trees being fixed to floor and ceiling, eerily lit from below by a neon tube.

This way, triggered by the animals' depiction, the whole setting becomes an extensive mise-en-scène of the controlled strength of ritualized fight.